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  1. Vitamin E
  2. Lebensmittel mit Vitamin E

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Vitamin E

Vitamin E
Inhaltsverzeichnis
  1. Vitamin-E-Absorption
  2. Unterschiedliche Bioaktivität von Tocopherolen und Tocotrienolen
  3. Antioxidative Wirkung und Funktion
  4. Vitamin E für die Haut-Gesundheit
  5. Weitere Funktionen
  6. Vitamin C regeneriert Vitamin E
  7. Mögliche Wechselwirkungen mit Vitamin K
  8. Nicht bestätigte Wirkungen
  9. Haben Veganer etwas zu beachten?

Vitamin E ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von fettlöslichen Vitaminen. Zu dieser Gruppe gehören insgesamt acht natürlich vorkommende chemische Verbindungen, die zu gleichen Teilen auf zwei Molekülklassen verteilt sind:

  1. Tocopherole (α-, β-, γ-, und δ-Tocopherol)
  2. Tocotrienole (α-, β-, γ-, und δ-Tocotrienol)

Tocopherole kommen häufiger im Körper vor als Tocotrienole 1.

Vitamin E tritt als dickes, gelbliches Öl auf 2. Gebildet wird es ausschließlich von Zellen, die Photosynthese betreiben und von anderen photosynthetischen Organismen, wie Cyanobakterien 3. Es muss daher über die Ernährung aufgenommen werden. Gegenüber Licht und im Beisein von Säuren und Alkalien ist Vitamin E stabil 4. Allerdings können die Vitamin-E-Anteile bei hohen Temperaturen und bei längerer Lagerung der Lebensmittel sinken.

Das lebensnotwendige Vitamin ist im Körpergewebe in allen Zellmembranen vorhanden, die aus Lipid-Molekülen bestehen 5 6. Zudem ist es in größeren Anteilen auch in Leber, Herz, Lungengewebe und den Skelettmuskeln vorhanden 7.

Vitamin-E-Absorption

Im Darm wird Vitamin E absorbiert. Die Absorption hängt von einer ausreichenden Funktionsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse sowie von der Absonderung von Gallensäure und der Bildung von Mizellen ab 8. Die Absorptionsraten von Vitamin E sind gering, können aber nicht genau benannt werden 9. Im Blut wird Vitamin E mittels Plasma-Lipoproteinen (LDL, VLDL und HDL) und Erythrozyten (rote Blutkörperchen) transportiert 10.

Unterschiedliche Bioaktivität von Tocopherolen und Tocotrienolen

Die Bioaktivität beschreibt die Effekte von aktiven Substanzen auf den Organismus. Die häufigste und aktivste Vitamin-E-Form im Körper ist α–Tocopherol (auch als RRR-α-Tocopherol bezeichnet) 11. Andere Vitamin-E-Formen werden eher selektiv abgebaut und ausgeschieden als α–Tocopherol, das mittels α-Tocopherol-Transfer-Protein (α-TTP) eher im Körper gehalten wird 12.

Ungefähre biologische Aktivität von natürlich vorkommenden Tocopherolen und Tocotrienolen im Vergleich zu α-Tocopherol 13:

NameBioaktivität im Vergleich zu α-Tocopherol
α-Tocopherol 100%
β-Tocopherol 50%
γ-Tocopherol 10%
δ-Tocopherol 3%
α-Tocotrienol 30%
β-Tocotrienol 5%
γ-Tocotrienol unbekannt
δ-Tocotrienol unbekannt

In der Leber wird α-Tocopherol an das α-TTP gebunden. Das Transfer-Protein ermöglicht wiederum den Einbau von α–Tocopherol in zirkulierende Lipoproteine, die Vitamin E im Körper verteilen.

Antioxidative Wirkung und Funktion

Vitamin E ist ein Antioxidans, das Zellmembranen und andere Lipid-enthaltende Verbindungen vor Schäden schützt, die durch freie Radikale verursacht werden. Freie Radikale entstehen bei der Umwandlung von Nahrung in Energie. Auch durch Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung und UV-Licht entstehen freie Radikale.

Zellmembrane werden durch Vitamin E vor oxidativen Schäden (Lipidperoxidation), die zum Zelltod führen können, geschützt. Da alpha-Tocopherol fettlöslich ist, kann es seine antioxidative Wirkung in den Zellmembranen voll entfalten. Vitamin E beendet bei diesem Vorgang die Kettenreaktion, die zur Lipidperoxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren und anderen Lipid-Verbindungen wie LDL führt (Low Density Lipoprotein; deutsch: Lipoprotein niederer Dichte) 14 15 16 17. Lipoproteine niederer Dichte, die aus Lipiden und Proteinen bestehen, transportieren Fette und Cholesterin im Blutkreislauf.

Alpha-Tocopherol gibt seine Elektronen an die freien Radikale ab, wodurch diese neutralisiert werden. Dadurch wird alpha-Tocopherol zu einem α-Tocopheroxyl-Radikal oxidiert. Das entstandene Radikal hat dann keine antioxidative Wirkung mehr.

Die beiden anderen Vitamin-E-Formen γ-Tocopherol und δ-Tocotrienol scheinen präzisere antioxidative Eigenschaften zu haben, um Entzündungsreaktion und die Immunantwort (Reaktion des Immunsystems auf körperfremde Substanzen) bei der Alterung und altersbedingten Krankheiten zu beeinflussen 18.

Vitamin E für die Haut-Gesundheit

Vitamin E wird für gesunde Haut genötigt. Es ist in höheren Konzentrationen in der Epidermis (äußerste Hautschicht) und der Dermis (Lederhaut) zu finden 19.

In der Haut beugt Vitamin E Schäden vor, die durch freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies verursacht werden 20.

Auf die Haut aufgetragenes Vitamin E kann die UV-induzierte Hautschwellung, Hautdicke, Erythem und Ödem - alle Zeichen der Anzeichen einer Hautentzündung - reduzieren 21.

Vitamin C bietet ebenfalls einen sehr guten Lichtschutz (kann kein UV-Licht absorbieren). Vitamin E verstärkt hierbei die Wirkung von Vitamin C um das Vierfache 22.

Weitere Studienergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Vitamin C und E über einen Zeitraum von drei Monaten die Sonnenbrand-Reaktion durch UVB-Bestrahlung signifikant reduzieren kann 23. Zudem deuten die Ergebnisse auf einen Schutz der DNA vor Schäden durch die antioxidative Behandlung hin.

Auf Grund ihrer antioxidativen Wirkungen werden Vitamin C und E in den meisten Fällen auch Sonnencremes hinzugefügt. Sie hemmen akute ultraviolette Schäden bei 24 25 26:

  • Hautrötungen (Erythem)
  • Sonnenbrand
  • Hautbräunung
  • chronischer UV-Lichtalterung
  • Hautkrebs

Vitamin E fungiert zudem auch, wie Vitamin C,  als Depigmentierungsmittel 27.

Wissenschaftler nehmen außerdem an, dass Vitamin E Energie von ultraviolettem Licht (UV) absorbieren könnte 28. Zudem könnte Vitamin E eine entzündungshemmende Funktion in der Haut einnehmen.

Weitere Funktionen

Vitamin A, Vitamin C und rote Blutkörperchen werden mit Vitamin E vor der Zerstörung geschützt 29.

Zusammen mit Selen beugt Vitamin E der Oxidation von bestimmten Enzymen vor, die an wichtigen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt sind 30.

Vom Körper wird Vitamin E auch für das Immunsystem benötigt. So ist Vitamin E für die normale Funktion der Immunzellen wichtig 31.

Des Weiteren hilft Vitamin E dabei, die Blutgefäße zu erweitern und beugt in ihnen einer Blutgerinnung vor 32. Es erhöht die Ausschüttung von zwei Enzymen, die den Stoffwechsel der Fettsäure Arachidonsäure unterdrückt, wodurch Prostacyclin aus dem Endothel freigesetzt wird, das die Blutgefäße erweitert und die Thrombozytenaggregation (Verklumpung von Blutplättchen) hemmt 33. Vitamin E wirkt so als Blutverdünner, der bei der Risiko-Reduzierung von Herzinfarkt und Schlaganfall helfen kann 34. Eine Einnahme von hohen Vitamin-E-Mengen zusammen mit Blutverdünnern wird dementsprechend nicht empfohlen. Zudem sollte die Einnahme von zusätzlichem Vitamin E als Blutverdünner mit einem Arzt abgesprochen werden.

Vitamin E verbessert signifikant die Leberfunktion und histologische Veränderungen (Gewebeveränderungen) bei Patienten mit nicht alkoholischer Fettleber und nichtalkoholischer Steatohepatitis (Fettleber-Hepatitis) 35.

Vitamin C regeneriert Vitamin E

Vitamin C hat wie Vitamin E eine antioxidative Wirkung im Körper. Darüber hinaus kann es α-Tocopherol aus seiner oxidierten Form (α-Tocopheroxyl-Radikal) regenerieren 36. Zu den Lebensmitteln mit Vitamin C geht es hier (Tabelle mit Vitamin C haltigen Lebensmitteln).

Mögliche Wechselwirkungen mit Vitamin K

Vitamin E hilft dem Körper dabei, Vitamin K zu verwenden 37. Zudem weisen Vitamin E und Vitamin K ähnliche chemische Strukturen auf und teilen sich im Körper die gleichen Wege im Stoffwechsel und bei der Ausscheidung 38. Möglich ist daher eine Interaktion zwischen den beiden Vitaminen, die aber bisher nicht belegt sind 39. Lebensmittel mit Vitamin K sind hier zu finden.

Nicht bestätigte Wirkungen

Da das Gehirn sehr anfällig für oxidativen Stress ist, der den Alterungsprozess beschleunigt und ein wesentlicher Faktor für die Neurodegeneration ist, finden Untersuchungen statt, welche Wirkungen Vitamin E auf Nervenkrankheiten hat 40.

Laut Studienergebnissen von 2008 gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass Vitamin E einen Einfluss auf Alzheimer und dessen Entwicklung hat 41. Zur Prävention von Alzheimer wird Vitamin E daher nicht ausdrücklich empfohlen. Anders sehen Ergebnisse von 2014 aus. Die Wissenschaftler assoziieren einen hohen Vitamin-E-Spiegel im Plasma mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit und einem reduzierten Risiko der Alzheimer-Entwicklung 42. Für die Wissenschaftler stellt Vitamin E eine Nahrungsverbindung dar, die zur Förderung der gesunden Gehirnalterung beiträgt und das Fortschreiten von Alzheimer verzögert. Hier wird vor allem alpha-Tocotrienol in Verbindung mit einer vorbeugenden Wirkung von Neurodegeneration in Verbindung gebracht 43.

Bei weiteren neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Demenz und ALS gibt es ebenfalls widersprüchliche Ergebnisse sowie eine geringe Anzahl an Hinweisen, inwiefern Vitamin E gegen diese Krankheiten hilfreich sein könnte 44 45.

Auch bei der Behandlung von zystischer Fibrose, Brusterkrankungen, Beinmuskelschmerzen und Wundheilung zeigt Vitamin E keine Wirkung 46. Darüber hinaus verhindert Vitamin E laut gegenwärtigem wissenschaftlichen Stand keine Herzerkrankungen und verbessert nicht die sexuelle Funktion, die sportliche Leistungsfähigkeit und die Narbenheilung 47 48 49.

Die meisten Studien zeigen, dass Vitamin E auch keine Vorteile bei Vorbeugung und Behandlung von Krebs bietet 50. Bei neueren Studien gibt es allerdings eine Tendenz dazu, dass Vitamin E aus der Nahrung und eine geringe Dosierung von Tocopherolen Krebs vorbeugend sind 51. So zeigte sich bei Studienzusammenfassungen von 2015, dass Vitamin E das Risiko von Nierenzellkarzinomen und Bauchspeicheldrüsenkrebs vermindern könnte 52 53. Bei Blasenkrebs könnte alpha-Tocopherol das Risiko von Blasenkrebs vermindern - γ-Tocopherol könnte es hingegen erhöhen 54. Zudem besteht laut Studien bei einer zu hohen Dosierung mit Vitamin-E-Nahrungsergänzungen mit und ohne Selen ein erhöhtes Risiko von Prostatakrebs 55 56 57.

Haben Veganer etwas zu beachten?

Mit einer veganen Ernährung lässt sich der Vitamin-E-Tagesbedarf sehr leicht decken. Pflanzliche Lebensmittel mit einem hohen Fettsäure-Anteil enthalten viel Vitamin E.

Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung weisen Veganer höhere Aufnahmemengen von Vitamin E auf. Das zeigen Studienergebnisse größerer Studien 2002 und 2016. So nahmen Veganer laut der Studie von 2002 im Durchschnitt 16,1 mg Vitamin E auf – Allesesser 11,8 mg 58. Die Ergebnisse von 2016 sehen ähnlich aus. Hier nahmen Veganer 15,6 mg und Allesesser 12,1 mg Vitamin E auf 59.

Eine kleinere Studie aus Dänemark belegt ebenfalls für Veganer höhere Verbrauchsmengen. Frauen nahmen durchschnittlich 15,3 mg (allg. Bevölkerung – Frauen: 7,1 mg) und Männer 19,6 mg (allg. Bevölkerung – Männer: 7,9 mg) Vitamin E auf 60.