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Kokoswasser - Sportgetränk mit Anti-Aging-Effekt?

Kokoswasser - Sportgetränk mit Anti-Aging-Effekt?
Inhaltsverzeichnis
  1. Kokoswasser als Sportgetränk geeignet?
  2. Anti-Aging-Effekt
  3. Hilft Kokoswasser gegen Krebs?
  4. Kokoswasser gegen Bluthochdruck
  5. Vitamine
  6. Kokoswasser enthält Arginin
  7. Antioxidantien im Kokosnusswasser
  8. Zu viel Kokoswasser ist schädlich
  9. Kokoswasser verwenden
  10. Kokoswasser kaufen

Kokoswasser, auch Kokosnusswasser genannt, wird immer populärer. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es viele Mineralstoffe, aber kaum Fett und einen geringen Anteil an Kohlenhydraten enthält. Die Kalorienmenge ist mit 19 kcal auf 100 g dementsprechend gering. Kokoswasser ist die Flüssigkeit, die sich in der Kokosnuss befindet und ist nicht mit Kokosmilch zu verwechseln, die aus dem Fruchtfleisch hergestellt wird.

Kokoswasser als Sportgetränk geeignet?

Kokoswasser wird oft mit Sportgetränken gleichgesetzt, da fast die gleichen Elektrolyte enthalten sind. Elektrolyte werden für den Wasserhaushalt benötigt. Dazu gehören Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium und Phosphor. Bis auf Kalium sind die Werte nahezu identisch.

Wissenschaftler der Universität Memphis haben 2012 Kokoswasser mit Kohlenhydrat-Elektrolyt Getränken in Bezug auf die Hydration und die körperliche Leistungsfähigkeit verglichen 1. Nach einer 60-minütigen Laufbandeinheit zur Dehydratisierung erhielten 12 trainierte Männer Wasser, pures Kokoswasser, Kokoswasser-Konzentrat oder ein Sportgetränk. Die Wissenschaftler konnten bei einer erneuten Einheit nach drei Stunden keine signifikanten Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen den Getränken feststellen. Alle getesteten Getränke waren in der Lage, die Rehydrierung zu fördern und die Förderung der Flüssigkeitszufuhr und die nachfolgenden Übungen zu unterstützen. Allerdings fühlten sich die Probanden mit Kokoswasser etwas aufgeblähter und hatten Magenverstimmungen.

In einer ähnlichen Studie von 2012 mit acht Probanden stellte sich Kokoswasser als natürliches Erfrischungsgetränk heraus, das zur Rehydrierung nach dem Training verwendet werden kann 2. Kokoswasser verursachte hier allerdings weniger Übelkeit, Völlegefühl und keine Magenverstimmungen.

Im Zusammenhang von Kokoswasser als Sportgetränk fällt auch der niedrige Kohlenhydratanteil (3,71 g je 100 g) auf. Vor allem für Ausdauersportler ist es zwingend notwendig, mehr Kohlenhydrate zu konsumieren, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten und um muskelabbauenden Prozessen entgegenzuwirken. Athleten sollten bei einer Trainingsdauer von 1 bis 2,5 Stunden etwa 30 bis 60 g an Kohlenhydraten pro Stunde konsumieren 3. Kokoswasser ist daher seinem geringen Kohlenhydratanteil in dieser Hinsicht nicht zu empfehlen.

Kokosnusswasser sollte letztlich als Elektrolytgetränk eher sparsam verwendet werden, da die Elektrolyt-Konzentrationen zu unausgeglichen sind. Kokoswasser enthält 5 bis 15x so viel Kalium wie gewöhnliche Sportgetränke. Der Natriumanteil ist aber zu gering. Natrium geht vor allem beim Schwitzen verloren. Kokoswasser eignet sich als Getränk für Menschen, die weniger anstrengenden sportlichen Aktivitäten mit einer geringeren Schweißbildung nachgehen 4.

Kokoswasser ist steril 5. Daher wurde es sogar schon erfolgreich als kurzfristige intravenöse Hydratisierungsflüssigkeit in abgelegenen Regionen verwendet 6.

Anti-Aging-Effekt

Mit Trans-Zeatin und Kinetin wurden zwei Mitglieder Cytokinin-Familien im Kokoswasser entdeckt, die Anti-Aging-Wirkungen auf die menschliche Fibroblasten-Zellen (Hauptbestandteile des Bindegewebes) zeigen 7. Die Sorte Malaysischer "Green Dwarf" enthält beispielsweise 14 μg je Liter trans-Zeatin and 4 μg Kinetin.

Hilft Kokoswasser gegen Krebs?

Einer anderen Studie zufolge sind die Cytokinine die wichtigsten Komponenten im Kokosnusswasser 8. Cytokinine besitzen zudem auch potentielle Anti-Krebs-Wirkungen.

Wissenschaftler stellten 2014 erstmalig fest, dass Kokswasser das anionische Anti-Krebs-Peptid Cn-AMP2 enthält 9. Anionische Abwehr Peptide zeigen laut den Wissenschaftlern Aktivitäten gegen menschliche Glioblastome (bösartiger Hirntumor). Kokoswasser könnte daher mit seinen Verbindungen für die Entwicklung von neuartigen Mitteln bei der Behandlung von Krebs in Frage kommen.

Kokoswasser gegen Bluthochdruck

In einer kleinen Studie wurde die Wirkung von 300ml Kokoswasser 2x täglich bei der Behandlung von Bluthochdruck untersucht 10. Der Blutdruck (systolisch und diastolisch) von sieben Menschen wurde für zwei Wochen ohne Behandlung und für zwei Wochen während der Behandlung gemessen. Bei fünf von sieben Probanden zeigten Kokoswasser eine signifikante Abnahme des systolischen Blutdrucks. Bei zwei Probanden nahm auch der diastolische Blutdruck deutlich ab.

Vitamine

Kokoswasser enthält auch Vitamin C (Antioxidans, unterstützt Immunsystem; 2,4 mg alle je 100 g) und B-Vitamine. Zu letzteren gehören unter anderem mit höheren Anteilen Vitamin B3 (auch Niacin genannt; 80 µg), Vitamin B2 (auch Riboflavin; 50 µg) und Vitamin B5 (auch Pantothensäure; 40 µg). Sie spielen wichtige Rollen im Zellstoffwechsel.

Kokoswasser enthält Arginin

Das Wasser der Kokosnuss ist arm an Aminosäuren. Die einzige, die in höheren Anteilen vorkommt, ist die semi-essentielle Aminosäure Arginin. Arginin wird im Körper in Stickstoffmonoxid umgewandelt. Dieses beeinflusst die Blutgefäße positiv, wodurch sie sich vergrößern und das Blut besser fließen kann.

Antioxidantien im Kokosnusswasser

Kokoswasser hat antioxidative Wirkstoffe, die freie Radikale eliminieren 11 12. In einer Studie (in vitro) wurde dazu das antioxidative Potential des Wassers von vier Kokosnusssorten untersucht und mit industriell gewonnenem sowie gefriergetrocknetem Wasser verglichen 13. Alle Sorten zeigten ein gutes antioxidatives Potential bei der Beseitigung von freien Radikalen (DPPH; Testsubstanz) und beim Schutz der Lipide gegen die Bildung von Oxidationsprodukten. Vor allem die Sorte "Green Dwarf" bot einen äußerst wirksamen Schutz. Beim industriell gewonnenen Wasser fielen die antioxidativen Wirkungen drastisch reduziert aus. Bei einer weiteren Analyse der Wissenschaftler wurde Kaffeesäure (sekundärer Pflanzenstoff) mit einer Menge von etwa 1 µg je ml entdeckt. Sie war insbesondere beim Schutz der Lipide wirksam.

Zu viel Kokoswasser ist schädlich

Durch den ungewöhnlich hohen Anteil an Kalium kann es auch zu Nebenwirkungen kommen. Wenn Kokoswasser im Übermaß konsumiert wird, kann es einen Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie) verursachen 14. Laut Quelle führte der exzessive Konsum (8x 330 ml am Tag) von Kokoswasser bei einem 42-jährigen zuvor gesunden Mann zu Ohnmacht und Herzrhythmusstörungen. Er spielte bei Temperaturen über 32 Grad den ganzen Tag Tennis im Freien. Plötzlich trat eine Benommenheit auf und er verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Anschließend klagte er über Schwäche und Benommenheit. Er war desorientiert und hatte einen sehr niedrigen Blutdruck und einen niedrigen Puls. Innerhalb kürzester Zeit hat er etwa 5,5 g Kalium aufgenommen, was in Kombination mit akutem Nierenversagen und Rhabdomyolyse (Auflösung von quergestreiften Muskeln; auch durch intensiven Sport ausgelöst) lebensbedrohlich war. Im Krankenhaus verbesserte sich sein Zustand wieder. Vor allem Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten Kokoswasser eher meiden.

Kokoswasser verwenden

Kokoswasser hat einen süßlichen Geschmack mit einem Hauch von Säure.

Kokoswasser von reifen Kokosnüssen kann auch mit Zitronensaft gemischt werden, um ein erfrischendes Sommergetränk zu erhalten 15. Zudem kann Kokoswasser als Hauptbestanteil eines fermentierten Funktionsgetränks sein 16. Das Wasser der Kokosnüsse passt außerdem hervorragend zu Obstsalaten und Smoothies.

Kokoswasser kaufen

Gekauft werden sollte das rohe und unbehandelte Kokoswasser. Es ist zwar etwas teurer, aber die natürlich vorkommenden Inhaltsstoffe sind zumindest nicht durch die Verarbeitung verloren gegangen. Zudem wird dem verarbeiteten Kokoswasser oft Zucker zugesetzt. Zu kaufen gibt es Kokswasser in Reformhäusern, Bio-Läden und mittlerweile auch in Drogeriemärkten.